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15. Juli 2026 5 Minuten

BIM einführen: Rollen, Informationsanforderungen und Übergaben zuerst

Wie dein Planungsbüro BIM als verlässliche Arbeitsweise aufsetzt

Von Eyüp Aksoy, Melius Digital

Wer liefert welche Information? Bis wann? Und wer prüft sie?

Diese drei Fragen entscheiden, ob BIM im Projektalltag trägt.

Das BIM-Portal des Bundes beschreibt Auftraggeber-Informationsanforderungen als Grundlage für die BIM-Implementierung. Sie legen fest, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt und in welcher Qualität benötigt werden. Der BIM-Abwicklungsplan beschreibt danach, wie das Team diese Anforderungen umsetzt. [1] [2]

Kurz gesagt

  • BIM verbindet Informationsanforderungen, Rollen, Modelle und Übergaben.
  • AIA klärt, welche Information im Projekt benötigt wird.
  • Der BAP ordnet Rollen, Datenstrukturen, Prüfungen und Übergaben.
  • Ein erster BIM-Anwendungsfall muss so klar sein, dass das Team ihn im nächsten Projekt anwenden kann.

Was bei einer BIM-Einführung zuerst auf den Tisch gehört

Eine Lizenz definiert weder den Informationsbedarf des Bauherrn noch den Zeitpunkt einer Modellprüfung.

Starte mit einem konkreten Anwendungsfall. Zum Beispiel: Kollisionsprüfung zwischen Architektur und TGA vor einer festgelegten Planungsfreigabe.

Dann klärst du vier Punkte:

Ergebnis: Welche Entscheidung soll am Ende sicherer oder schneller fallen?

Information: Welche Modelle, Attribute und Dokumente braucht diese Entscheidung?

Verantwortung: Wer erstellt, koordiniert, prüft und gibt frei?

Übergabe: Wo liegt das Ergebnis, wie wird es benannt und wie werden offene Punkte nachgehalten?

AIA und BAP machen Erwartungen prüfbar

Die AIA beschreibt die Erwartung des Auftraggebers. Sie hält fest, welche Information wann in welcher Qualität und über welchen Weg bereitgestellt wird. [1]

Der BAP macht daraus einen Teamablauf. Er ordnet Rollen, Verantwortlichkeiten, Datenstrukturen, Kommunikationswege und Prüfungen zu. [2]

Ein Modell wird dadurch nicht automatisch richtig. Aber das Team kann prüfen, ob die vereinbarte Information vorliegt und wer den nächsten Schritt übernimmt.

Der erste Einsatz braucht einen engen Rahmen

Wähle einen Anwendungsfall mit wiederkehrender Entscheidung und klarer Übergabe:

→ ein Projekt

→ eine Fachkoordination

→ ein definierter Prüfzeitpunkt

→ ein Protokoll für offene Punkte

→ eine fachlich verantwortliche Person

Diese Woche selbst machen

Nimm einen bevorstehenden BIM-Meilenstein. Schreibe einen Satz:

„Bis zum [Zeitpunkt] liefert [Rolle] [Information] in [Qualität], geprüft von [Rolle].“

Wenn der Satz offenbleibt, liegt die nächste Aufgabe in der Informations- und Rollenklärung.

Wo du stehst, in fünf Minuten

Der Mini-Audit zeigt dir, ob in deinem Büro zuerst ein Standard, eine Übergabe oder eine Automatisierung ansteht.

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Häufige Fragen

Brauchen wir vor BIM eine neue Software?

Triff zuerst Entscheidungen zu Anwendungsfall, Information, Rollen und Übergabe. Danach lässt sich die passende Software anhand konkreter Anforderungen bewerten.

Was gehört in einen BIM-Abwicklungsplan?

Er beschreibt die Umsetzung der Informationsanforderungen: Rollen, Datenstrukturen, Kommunikationswege, Prüfungen und Übergaben.

Kann ein kleines Büro mit BIM beginnen?

Ja. Beginne mit einem abgegrenzten Anwendungsfall und halte dessen Informationsfluss schriftlich fest.

Quellen

[1] BIM Deutschland: Auftraggeber-Informationsanforderungen

[2] BIM Deutschland: BIM-Abwicklungsplan